Dieter Rahmann Borgholzhausen, den 27.4.01

An der Bundesstr. 19

33829 Borgholzhausen

An die Gerichtskasse Bielefeld

Oh weh, Herr Fliegert!

Was haben Sie da schon wieder angerichtet? Da ist mir ja wirklich für einen Moment das Herz in die Hose gerutscht, als Sie mir in Ihrem jüngsten Schreiben ankündigten, daß nun alles vorbei seie und Sie, wenn ich nicht zahlen würde, unwiderruflich Vollstreckungsmaßnahmen gegen mich einleiten wollen. Angesichs dieses harten Wörtchens „unwiderruflich“ hab ich mich dann doch ganz verschämt gefragt, ob es denn überhaupt noch Sinn mache, diesen Brief zu schreiben. Mein Glauben an das Gute im Menschen hat mich nun doch noch zu diesen Zeilen bewogen.

Nun jedoch zur Sache: Ihre recht kurz gehaltene Nacherzählung unserer Korrespondenz hat mich überrascht. Zum einen wundert mich, daß die Gerichtskasse schon vor dem 4.12.00 eine Bedürftigkeitsprüfung durchgeführt hat, obwohl Sie doch noch am 20.3.01 also mehr als drei Monate später schrieben, daß das Gericht eine solche Bedürftigkeitsprüfung nicht durchzuführen hat. Es mag ein Künstler der deutschen Sprache sein, wer darin keinen Widerspruch erblickt. Dieses und auch ihr Eingeständnis, daß eine Entscheidung über einen Stundungsantrag sich nicht mehr an so sachfremden Erwägungen wie z. B.der Korrelation der Höhe der Forderung mit der zeitlichen Überschaubarkeit einer Forderung messen lassen muß, befriedigt mich zwar einerseits, andererseits würde ich doch gern mal wissen, welche Gründe dafür ausschlaggebend waren, daß die Bedürftigkeitsprüfung einen negativen Ausgang genommen hat.

Vermißt habe ich in Ihrem Schreiben darüberhinaus so nahezu alle Antworten auf meine Fragen, die ich Ihnen in meinen letzten beiden Schreiben stellte. Ihre Aussage, daß Sie meinen Schriftsatz zur Klärung an das zugrundeliegende Verfahren weitergeleitet haben (Offensichtlich meinen Sie damit die zust. Kammer des Landgerichts) erweckt bei mir den Eindruck, als wollten Sie sich um die Beantwortung der Fragen drücken, die in Ihren Zuständigkeitsbereich fallen.

Herr Fliegert, davon bin ich sehr enttäuscht.

Ich hoffe nicht, daß unsere Brieffreundschaft nun so endet, aber ich bitte noch einmal höflichst um Antworten und um es mal in Ihren Worten auszudrücken, wenn ich von Ihnen vor Einleitung von Zwangsvollstreckungsmaßnahmen keine adäquaten Antworten erhalte, prüfe ich mal, ob ich nicht von anderen Stellen übergeordneter Instanzen Auskunft auf meine Fragen erhalten kann.“

Zunächst jedoch mit hoffnungsfrohem Gruß

PS:AZ:I112413301




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